Der Kampf Matt Murdocks gegen das Verbrechen in Hell's Kitchen (New York) geht in die vierte Runde und wir fiebern mit in diesem sehr auf die einzelnen Beziehungen der Charaktere konzentrierten Teil. Der Fokus der Episode liegt wieder mehr auf den Bösewichten der Stadt, was eine willkommene Abwechslung zum sonst eher monovisuellen Blickwinkel des "Team Murdock" (Foggy, Karen, Claire) darstellt. Es entwickeln sich gleich mehrere, voneinander, zumindest teilweise, unabhängige Plots, die dem aufmerksamen Zuschauer ein logisches Gesamtbild liefern. So geht es in erster Linie um die beiden Russen Anatoly und Vladimir, die nach einem brutalen Gefängnisaufenthalt in Hell's Kitchen auftauchen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Daredevil macht ihnen das (kriminelle) Leben schwer, woraufhin sie, nach ihm suchend, auf die Krankenschwester/Gehilfin Claire stoßen und sie entführen. Wilson Fisk, Murdocks Gegenspieler, führt unterdessen die schöne Museumsbesitzerin Vanessa zum Essen aus und zeigt seine weiche Seite, die eine harte Ambivalenz im Gesamtbild hinterlässt. Der letzte eigenständige Plot handelt von Karen, die versucht die Korruptionsgeschichte der Investmentfirma durch den Journalisten Urich aufzudecken. Die Handlungsstränge treffen zusammen, als Daredevil Claire aus der Gefangenschaft der Russen befreit und diese bei Kingpin (Fisk) Hilfe suchen. Anatoly stört Fisk bei seinem Rendezvous mit Vanessa und zieht seinen Zorn auf sich, der sich in einer außerordentlich brutalen Szene am Ende der Episode entlädt.
Perfekt inszenieren die Macher der Serie das merkwürdig erscheinende Verhalten des Bösewichts anhand dieser Szene vor dem Hintergrund der vorangegangenen (im Restaurant als Charmeur) Fisk vs. Anatoly.
Das Interesse an Fisk entsteht nicht zuletzt durch den fast lächerlich stark hervorgehobenen Kontrast zwischen ruhigem, rationalem Gentleman und skrupellosem, cholerischem Soziopathen.
Aktuelle Bewertung:
+2 wegen Kingpin als genial charakterisierten Bösewicht und Backgroundstory der russischen Mobster. Alles andere: so gut wie immer.
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