Samstag, 9. Mai 2015

K.I.Z - Boom Boom Boom (Kurz-Rezension)

Album "Hurra die Welt geht unter" kommt am 3.7.2015



Gesellschaftskritik, eine schreckliche Hook und Tarek mit Schwierigkeiten.

Die erste Single des für Juli angekündigten Albums "Hurra, die Welt geht unter" meiner Lieblingsrapcrew K.I.Z wurde gestern (8.5.15) released und ich kann mich noch nicht wirklich damit anfreunden. Schon seit dem Release von "Was willst du machen" (2006) bin ich Fan der berliner Jungs Maxim, Nico, Tarek und vielleicht auch deshalb noch nicht ganz von dem überzeugt, was sie hier abgeliefert haben. Aber wieso?

Beat: Nicht ganz schlecht, aber mit dem Synthesizer Samplebeat im Hintergrund irgendwie nervig und unpassend, auch in inhaltlicher Hinsicht.

Bridge/Hook: Die Bridge feiere ich sogar noch ein wenig wegen dem geilen Sound trotz Autotune, aber die Hook ist fürchterlich. Vom Sound wie Sun Diego damals und mit der Wiederholung wie ein trauriger Versuch, das Lied mainstreamtauglich zu machen.

Inhalt: Gesellschaftskritik pur, wie immer, und das deutlich - vielleicht etwas zu deutlich. K.I.Z hat es bis jetzt immer geschafft, Kritik lustig, ironisch und vorallem kreativ anzubringen. Dieses mal jedoch haben sie es meiner Meinung nach mit der Deutlichkeit übertrieben, um es vielleicht auch nicht zuletzt für die breitere Masse zugänglich zu machen. -Zum bedauern der Fans, die anderes, besseres gewöhnt sind. Der Text ist keineswegs schlecht, findet aber bei mir kaum Anklang, weil es sich inhaltlich sehr nah an Kraftklubs "drei Schüsse" orientiert. -Gegen das politische System der Unterdrückung, Kapitalismus, Lügen,... Das volle Programm.

Parts: Nico rappt den ersten Part und bis zur ersten Hook wird man mit seiner Stimme, seinem Flow und einem nicht allzu schlechten Text unterhalten. Man hegt Hoffnung auf einen, wie immer, geilen Track, doch wird spätestens bei dem Chorus enttäuscht. Maxim im zweiten Part stabil und Tarek im dritten meiner Meinung nach völlig unpassend. Mit seinem aggressiven Rapstil auf diesem Beat? -Für mich eine Katastrophe.

Der Track ist nicht schlecht, auf jeden Fall hörenswert, aber enttäuscht leider, vielleicht auch gerade wegen der zu hohen Erwartung, ein wenig. Gesellschaftskritik war schon immer die Stärke der berliner Crew, was sie auch hier wieder zum besten gegeben haben. Leider erinnert mich der Track im Ganzen zu sehr an die furchtbare Entwicklung der 257ers, die von sehr geilen, relativ unbekannten Assirappern zu hooksingenden Poprappern mutiert sind. Ich werde mir die Platte, die ab dem 3. Juli erhältich ist, auf jeden Fall kaufen und empfehle auch jedem, mir gleich zutun, aber ich hoffe sehr auf eine Steigerung der aktuellen Ergebnisse.



Funfact: Der 8. Mai 2015 (Release der Single) ist der siebzigste Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg und in Frankreich Nationalfeiertag.

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